Wir wünschen allen Kakteenfreunden Gesundheit und ein erfolgreiches Kaktus-Jahr 2023 !

Wir hoffen, dass es 2023 möglich sein wird, uns wieder zu treffen, sofern uns Corona und das Alter nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Unser Angebot an Shows, die wir auf Lager haben und zeigen könnten, sehen Sie unter "Termine". Eine Auflistung der bisherigen Shows und Vorträge ist unter "Vorträge" ersichtlich und unter "Kaktus-Digi-Klub" können Sie den Klub kennenlernen und die gewesenen Shows teilweise in Bildern verfolgen.

Zu den möglichen Klubabenden 2023, wird wie früher persönlich eingeladen. Unser bisher genutztes Lokal für die Shows gibt es inzwischen nicht mehr. Es wird überlegt, ob es eine private Möglichkeit zum Treffen gibt, die wir in unserem kleinen Kreise nutzen können. Alle Klubfreunde werden dann sofort verständigt, wenn sich die Möglichkeit von Klubnachmittagen wieder ergibt. Auf Abende verzichten wir, da viele Interessierte Nachtfahrten heute meiden. Bis dahin wünschen wir allen beste Gesundheit !

 

 

Der Kaktus des Jahres 2023 - Gymnocalycium friedrichii 'Hibotan'

Ein chlorophylloser kleiner kranker Kaktus hat die Wahl gewonnen! Eigenartig, denn geschichtsträchtig ist er nicht und wenn man bedenkt, dass es sich um eine kranke Pflanze handelt, denkt man schon, was hat jene Jury bewegt, eine nicht lebensfähige Mutation so zu ehren? Weil sie wirtschaftlich ein großer Faktor ist? Nicht nur der millionenfachen Anzucht wegen sondern auch als Folge seiner kurzen Lebenszeit als Wegwerf- und Wiederbeschaffungspflanze gehandelt wird, die dann nachhaltig dem Umsatz dienen soll.

Die knallrote Mutation von Gymnocactus friedrichii wird in Südkorea millionenfach als Pfropfung auf Hylocereus undatus vermehrt und im Frühjahr überall auf den Märkten der ganzen Welt als Erdbeerkaktus oder je nach Farbe auch Himbeer- oder Zitronenkaktus, zum Verkauf angeboten. Ihr Ursprung ist eine Gärtnerei in Japan, wo ein schlauer Gärtner zwei blassrötliche chlorophylllose Keimlinge in seiner Aussaat entdeckte, die er sofort pfropfte und so am Leben erhielt.

Gymnocalycium "Hibotan" ist also einer der wirtschaftlichsten Kakteen der Welt mit Millionen Umsatz. Das soll ihm mal einer nachmachen! Und langlebig kann er wegen des fehlenden Chlorophylls auf eigenen Wurzeln gar nicht existieren, er ist er auf seine Unterlage auf Gedeih und Verderb angewiesen. In der Massenproduktion ist es Hylocereus undatus der als Versorger herhalten muss. Aber auch er garantiert kein langes Leben. Dies allerdings ist vorteilhaft, denn er wird wieder gekauft im Frühling, wenn Tausende aus Südkorea ankommen. Allerdings nicht jeder, mancher kauft ihn dann nicht mehr und mancher schon vorher nicht, wenn er gesagt bekommt, dass das Rot keine Blüte ist sondern eine Krankheit. Auch das kann man erleben.

Die Gattung Gymnocalycium ist wegen ihrer Einfachheit, der runden oft nur spärlich bedornten Körper und der gleichen weißlichen, nur ein paar wenigen gelb oder rot blühenden Arten nicht besonders beliebt und wird deshalb auch witzig als „Dotschn“ bezeichnet, wer es ganz böse mit ihm meint, der bezeichnet ihn als „Kompostbeschleuniger“. Letzteres trifft eher auf den roten "Hibotan" zu, denn er lebt samt Unterlage nicht sehr lange.

Das Original des Gymnocalycium fridrichii ist ein liebes kleines Pflänzchen mit braungrünem Körper und deutlich heller schmaler Querbänderung. Allerdings ist auch die Pflege des aus dem Buschwald des Gran Chaco in Paraguay stammenden Pflänzchens nicht so problemlos wie von anderen seiner Gattung.

Die Blüte des Gymnocalycium fridrichii "Hibotan" entwickelt sich spät und ist gleich seiner Abstammung
Für den reinen Hibotan hat's nicht ganz gereicht, aber auch in dieser Form schon nicht mehr auf eigenen Wurzeln lebensfähig.
Das knallrote "Hibitan"-Original sprosst sehr stark und lebt von der Versorgung durch die Pfropfunterlage
Gymnocalycium fridrichii  mit leichter Tendenz zur Mutation, die an den Sprossen klar erkennbar ist.
Gymnocalycium fridrichii mit auch schon nicht mehr ursprünglichen Genen
Als Gymnocalycium mihanovichii var. fridrichii wurde er früher beschrieben, ein kleines Gymnocalycium aus dem Gran Chaco, keine Mutation. Er besitzt trotz seiner Braunfärbung soviel Chlorophyll, dass er sich im Gran Chaco selbsständig versorgen kann. In Kultur ist es allerdings ein schwieriges Pflänzchen.
 
Die Farben prägen unverkennbar die Namen: Das knallige Rot und das Orangerot des Erdbeerkaktus, das Lilarot des Himbeerkaktus sowie das leuchtende Gelb des Zitronenkaktus (links)
Die gelbe Mutation des G. fridrichii ist ebenso ohne Chlorophyll und auf eigenen Wurzeln nicht lebensfähig, er wird als Zitronenkaktus angepriesen.
 
 
 
Auch so manche andere Gattungen gibt es, wo rechtzeitig im Samenkasten ein winziger chlorophyllloser Keimling entdeckt und aufgepfropft wurde, damit er überleben konnte. Es scheint nicht so oft gelungen zu sein, denn in dieser überwältigenden Mehrheit wie beim Gymnocalycium fridrichii "Hibotan" gibt es nichts. Chamaecereus silvestrii ist ein Kandidat, der sich nach mühevollem Großziehen natürlich auch nur gepfropft als "Bananenkaktus" interpretieren lässt. Gelb ist nicht die Reizfarbe, die eine Millionenproduktion bewirken könnte.
In der Wildnis seines Gewächshauses fühlte Josef sich wohl. Das von ihm selbst konstruierte Haus war auf den Tischen und dem Boden heillos überfüllt. Seltene und altehrwürdige Kakteen und andere Sukkulenten standen da. Leider hat Josef keine feste Zusage an einen Erben gemacht, so zerstreute sich die Sammlung bedauerlicherweise in viele Richtungen. Josef zeigte viele sehr geschätzte Vorträge von den Heimatländern der Kakteen und  war mit Recht stolz auf seine tollen Fotografien im Mittelformat. Für ihn waren das Dokumente für die kommenden Kakteengenerationen und zum Digitalisieren viel zu schade, das war seine Überzeugung.

In Erinnerung an Josef Busek

Im Juni 2021 ist Josef Busek im Alter von 79 Jahren nach einer Krebserkrankung verstorben. Josef kam als Maschinenbau-Ingenieur nach Deutschland und machte sich hier selbstständig. Er mietete sich in Wolfratshausen ein Häuschen mit Garten, dort hatte er auch sein Büro und im Garten baute er sich ein kleines Gewächshaus. Seine Lieblingskaktus waren die schwierig zu ziehenden Arten von Sclero- und Pediocactus aus der USA und einige Arten aus Mexiko wie Ariocarpus und Astrophytum. Er liebte nicht nur die "Dornigen", er sammelte auch die "stachligen" Sukkulenten aus Afrika. Er kaufte sich ein Eckhaus in Geretsried mit großem Garten, stellte das Gewächshaus wieder auf und es dauerte nicht lange, war jenes grenzenlos überfüllt. Von mehreren Reisen nach Amerika und Afrika brachte er aktuelle Pflanzen mit. Wir unternahmen zu zweit 1978 eine 4-wöchige 7000km lange Rundreise in Mexiko, die damals sehr abenteuerlich war. Josef wollte, dass ich mitkomme wegen der Kakteenkenntnisse, So ergaben sich manch lustige Episoden, denn Josef reiste gewöhnlich alleine und hat mich des öfteren "vergessen". Wir konnten damals viele Erfahrungen sammeln und vor Ort erkennen, welcher Unsinn von manchen sogenannten "Kakteenexperten" geschrieben wurde. Das Dramatischteste war unsere Fahrt zum Ortegokaktus nach Quiechapa, von der wir nur mit viel Geschick und dank des unverwüstlichen VW-Busses wieder zurückkamen. Padre Pfeiffer in seiner riesigen Kirche und den kleinen Eusebio, der uns auf den Cero Cristopal zum Ortegeocactus führte, haben wir nie vergessen. Für Josef war es nicht die erste Reise, seine Kontaktfreudigkeit hat uns immer weiter geholfen, auch auf seinen vielen anderen Reisen in die Kakteenländer Amerikas. Zuhause war er lange Vorstand der "Kakteenfreunde Oberland", doch Organisieren und Mitarbeiten war nicht seine Stärke. Er hatte große Vierecktöpfe in Tschechien fertigen lassen, deren Absatz sehr erfolgreich war. Weniger Erfolg hatte er mit den Frauen, da hat er zuviel Vertrauen entgegengebracht und wurde arg enttäuscht, so blieb er Single. Aber er hatte ja Tausende "stachlige" Freundinnen in seinem kleinen Gewächshaus.

Aktuelles

Am 30. Juli 2018 ging der dritte und letzte Kakteentransport von Seeshaupt in den fernen Süden! Meine Kakteen haben keine Winterprobleme mehr und ich auch nicht mehr! Das Zittern vor den regelmäßigen Stromausfällen im "hochtechnisierten" Deutschland ist nun vorbei. Fast 60 Jahre Kaktuswahnsinn ist beendet! Traurig? Nein, kein bisschen! Erlöst, ja! Viele Erfahrungen und Erinnerungen bleiben, schöne aber auch bedauerlicherweise sehr schlechte. Deswegen gibt es auch den Kaktus-Digi-Klub, um uns vor infamen und intriganten Mitgliedern zu schützen.

Der KAKTUS-DIGI-Klub im kleinen Kreise mit persönlichen Einladungen wird weiter bestehen bleiben!

Jedes Jahr im Herbst fielen schön gewachsene Triebe des T. senilis um. Die in der warmen Gewächshausluft zu üppig gewachsenen Triebe entwickelten ein zu schwach ausgebildetes Leitbündel. Gleiches passierte mit einigen Cleistocactus strausii, dessen Säulen extrem bis zu 12 cm dick und bis zu 3m hoch wuchsen. Auch da lag im Herbst manchmal einer quer im Auspflanzbeet, sichtlich ein zu zart ausgebildetes Leitbündel.
Er fühlt sich sauwohl auf Sardinien, der Thrixantocereus senilis! Seit einem Jahr auf der Insel im Freien ausgepflanzt, hat er sich schnell eingewöhnt, neue Sprosse gebildet und die alten verlängert, an jenen Cephalium gebildet und viele Blüten. Das hat er im Gewächshaus nie geschafft!
So sieht es heute aus... eine erholsame Bimskies-Wüste...
Das Mittelbeet als noch die Kakteen waren...
… den Eidechsen fehlt jetzt leider der Schutz vor Nachbars Katze
Tomaten, Gurken und Escholzia im Mai 2020
Die erste Tomatenblüte
.. die fertige Tomate, sie schmeckt gut und sticht nicht!
Gurke liebt Kaktus
Tomaten - dornenlos und schmackhaft - "nachhaltig" gezogen im kuhmistgedüngten Bimskiesboden!
Die grandiose Selenicereus in Rot - kein Wunder, dass die Gurke eine solche Schönheit liebt!
Die "Königin" - was von ihr übrig blieb - sie erblüht! Filmkamera und Beleuchtung  stehen bereit ihr nächtliches Wunder in Zeitraffer zu ergründen
Selenicereus grandiflorus - die "Königin der Nacht" zeigt für ganz kurze Zeit nach Einbruch der Nacht bis zum frühen Morgen ihre ganze Schönheit.
Sie wird dokumentiert für eine kommende Kaktus-Digi-Klub-Veranstaltung, auf die wir alle hoffen, dass sie irgendwann wieder zustande kommt

Was ist sonst noch geblieben? Ein paar Erinnerungen sind noch da... und sie blühen!

Sie erfreuen sich noch der Frühjahrssonne im Gewächshaus

Die DKG und ihr charakterloses Verhalten

Kennst Du Kakteen? Weißt Du, wo die Kakteen herkommen? Weißt Du warum sie "Stacheln" haben? Weißt Du wie schön sie blühen? Weißt Du, was ein Cephalium ist? Weißt Du, dass sie aus Samen wachsen? Kennst Du den Kaktus des Jahres? Weißt Du das alles nicht, dann frag' wen?? Ich hätt's euch sagen können!-- Aber der Werbespot musste entfernt werden, weil er ohne Anfrage und Genehmigung vom Vorstand und den Medienbeauftragten der DKG in der Facebookseite der DKG veröffentlicht wurde und damit Persönlichkeitsrechte verletzt wurden. Eine Entschuldigung blieb bis heute aus! Es ist eben Charaktersache! Die wiederholten Skandale zeigen wie vertrauensunwürdig dieses Netzwerk ist.. und gerade dort veröffentlicht die DKG auch noch Fotos von fremden Kindern ohne zu fragen!

Stelle vor: Der "Kaktus des Jahres 2023"

Rückblick

Vor nun schon über 14 Jahren bei der JHV der DKG vom 28. Mai bis 1. Juni 2008 in Weilheim war die Premiere der Multivisions-Panorama-Show  "Kakteenkontinent Amerika - von Kanada bis Patagonien". Mit 3 Beamern damals neuester Technik zeigten wir die Show auf einer 12m breiten und 4m hohen Projektionswand fast in 4K-Qualität. Zum 10-jährigen Jubiläum haben wir die 2-stündige Show in Kinoformat 21:9 aufbereitet und beim Digi-Treffen am 26.10.2018 im Neuwirt in Polling gezeigt. Das Vorhaben 1000 DVDs zu produzieren und sie Mitgliedern abgeben zu können, scheiterte an unglaublich hohen Forderungen der Musikbranche für die Urheberrechte.

Kakteenkontinent Amerika - von Kanada bis Patagonien

Vorträge

Die Show  "Naturbeobachtungen rund um das Schwarzlaichmoor" wurde aufgrund des großen Interesses im Haus der Vereine in Hohenpeißenberg wiederholt. Viele Besucher kamen und waren begeistert von den fantastischen Bildern von Hermann Weckerle, die er in jahrelanger Fotoarbeit zusammengestellt hatte. Mit großem Beifall wurde ihm gedankt vom Publikum und von der Vorsitzenden des Bund Naturschutzes OG Hohenpeißenberg Frau Conny Schneider. Am 20. September 2018 fand eine weitere Vorführung beim Obst- und Gartenbau-Verein Peiting mit großem Interesse der Mitglieder statt. Interesse an weiteren Aufführungen besteht und falls Corona es gestattet und ein Termin zustande kommt, werden wir hier berichten.

Sind Weingartien Sulcorebutien oder umgekehrt?

In einer Studie von Hansjörg Jucker ergab sich Erstaunliches. Nach jahrelanger Suche von Verbindungs- und Übergangszonen, wo sich beide Gattungen treffen, hat Hansjörg jene gefunden. Er hat festgestellt, dass sich Weingartia und Sulcorebutia freudig miteinander bestäuben und daraus alle möglichen Zwischenformen entstehen. Hauptkriterium und leicht erkennbar dabei ist die Blühzone. Bei Weingartia ist bekannt, dass die Blüten um den Scheitelbereich entstehen, während bei den Sulcos jene sich ausschließlich an der Basis und im unteren Bereich bilden. In der Übergangszone konnte er feststellen, dass hier Pflanzen wachsen, die sich daran nicht halten und Blüten an verschiedenen Körperregionen entstehen lassen. Was macht die Natur bloss da? Sie wirft alle Theorien der Weingartia- und Sulcofans durcheinander. Aber ein richtiger Fan lässt sich davon nicht beirren, er ignoriert, was die Natur da macht.

Aus jahrelangen Standortuntersuchungen abgeleitet, ist dieser Kaktus das Ergebnis einer Kreuzung von Weingartia spectabilis und Sulcorebutia spez HJ 1200c, die beide auf dem Cerro Pucara in Bolivien beheimatet sind.